Aquanaut 5167 QC: das geprägte Zifferblatt, das Tropical-Band und das Gehäuseprofil

Die Aquanaut bekommt nur einen Bruchteil der Aufmerksamkeit der Nautilus, es gibt also viel weniger QC-Threads zum Vergleichen. Dieser hier ist für die 5167, die Aquanaut aus Stahl am gummiartigen „Tropical“-Band.

  1. Das Zifferblatt ist mit einem erhabenen, schachbrettartigen Muster geprägt. Der Charakter der Uhr hängt großteils davon ab, wie tief und gleichmäßig dieses Muster wirkt.
  2. Das Band wiederholt dasselbe Muster. Ein Band, das nicht zum Zifferblatt passt, fällt als Erstes auf.
  3. Das Gehäuse ist ein abgerundetes Achteck und recht flach. Im Seitenprofil zeigen sich die Proportionen.
  4. Die Ziffern sind appliziert und mit Leuchtmasse belegt.

Was gehört noch auf diese Liste?

[[PHOTO: Aquanaut 5167 dial straight on under daylight, showing the embossed pattern and applied numerals]]

Vor- und Nachteile, eine Aquanaut anhand von Fotos zu beurteilen. Vorteil: Es gibt nur wenige Elemente, jedes lässt sich also gut isolieren. Nachteil: Das wichtigste, das geprägte Zifferblatt, ist die Struktur, die sich am schwersten ehrlich fotografieren lässt. Ich würde dort anfangen.

Einverstanden: Das Zifferblatt beurteilt man zuerst.

  • Tiefe des Musters: Bei einem guten Zifferblatt werfen die erhabenen Quadrate unter schrägem Licht kleine Schatten. Ein Muster, das bei Tageslicht flach wirkt, ist oft gedruckt oder zu flach geprägt.
  • Ränder des Musters: Die Quadrate sollten sauber bis an die Ziffern und das Datumsfenster reichen, ohne verschwommene oder halbe Quadrate an den Rändern.
  • Verlauf: Das Zifferblatt wird zum Rand hin dunkler. Ein Zifferblatt in einer einzigen flachen Farbe wirkt am Handgelenk anders.
  • Licht: Fragt nach einem Foto bei Tageslicht und einem unter schrägem Licht. Unter einer einzelnen Deckenlampe sieht fast jedes geprägte Zifferblatt gut aus.

Ist das Band wirklich so wichtig? Ich dachte, das tauscht man sowieso.

Bei diesem Modell ist das Band das halbe Design, also lohnt sich der Check auch, wenn ihr es später tauschen wollt:

  • Musterabgleich: Das Muster des Bands sollte das Zifferblatt aufgreifen, mit ähnlicher Größe und ähnlichem Abstand der Quadrate;
  • Steifigkeit: Ein Band, das ab Werk sehr steif ist, legt sich nicht richtig ums Handgelenk, und das Gehäuse sitzt dann höher, als es sollte;
  • Faltschließe: prüfen, dass sie flach schließt und das Logo mittig sitzt;
  • Übergang Band-Gehäuse: kein sichtbarer Spalt, wo das Band auf das Gehäuse trifft.

Ein steifes Band wird mit dem Tragen meist etwas weicher, ein nicht passendes Muster verschwindet aber nicht.

Und das Gehäuse? Das Achteck sieht simpel aus, aber in den Threads zu integrierten Bändern heißt es immer, dass es in der Seitenansicht schiefgeht.

Richtig, und hier gilt dieselbe Lektion. Erst das Fazit: Fragt immer nach einem Seitenfoto.

  • Dicke: Das Originalgehäuse ist auffallend flach. Eine Rep, die auch nur etwas dicker ist, wirkt am Handgelenk höher, besonders am Band.
  • Form der Lünette: Das abgerundete Achteck sollte weich wirken, nicht facettiert oder an den Seiten abgeflacht.
  • Krone: sollte satt zwischen den Gehäuseflanken sitzen.
  • Finish: Gebürstete und polierte Flächen sollten in sauberen Linien aufeinandertreffen.

Wie integrierte Designs sich allgemein tragen, behandelt der Wristshot-Thread zu Royal Oak und Nautilus, und die Aquanaut folgt derselben Logik.

[[PHOTO: Aquanaut 5167 case profile from the side at 9 o’clock, showing case height, bezel and strap junction]]

Checkliste für den QC einer Aquanaut 5167, nach Wichtigkeit geordnet:

  1. Zifferblattmuster: Tiefe, saubere Ränder bis an Ziffern und Datum, Verlauf. Nach Fotos bei Tageslicht und unter schrägem Licht fragen.
  2. Band: Muster, das das Zifferblatt aufgreift, kein Spalt am Gehäuse, Faltschließe schließt flach. Anfangs ist Steifigkeit normal.
  3. Gehäuseprofil: ein Seitenfoto. Dicke und das weiche Achteck zeigen die Proportionen.
  4. Ziffern und Zeiger: applizierte Ziffern gerade und gleichmäßig belegt, Zeiger reichen bis zu ihren Skalen.
  5. Datum: mittig im Fenster.
  6. Werk: Was man durch den Gehäuseboden sieht, sollte zum Angebot passen. Das ist ein Check der Dekoration, keine Qualitätsgarantie.

Der Thread zur Nautilus 5711 ist nützlicher Hintergrund, da viele derselben Gehäuse- und Werksfragen bei beiden aufkommen.

Hilfreich. Das Zifferblattfoto unter schrägem Licht scheint das zu sein, das die meisten auslassen, und genau das zählt hier am meisten.

Eine kleine Ergänzung: die Leuchtmasse auf den applizierten Ziffern. Fragt nach einem kurzen Lume-Shot. Ungleichmäßige Leuchtmasse zwischen den Ziffern sieht man im Dunkeln leicht und auf einem Tageslichtfoto fast gar nicht.