Chronometer, Superlative Chronometer, Master Chronometer: Was die Prüfungen messen und was ein Schriftzug auf dem Zifferblatt nicht beweist

Auf vielen Zifferblättern steht „Chronometer“, „Superlative Chronometer“ oder „Master Chronometer“. Das klingt ähnlich, meint aber unterschiedliche Prüfungen. Hier sammeln wir, was die Hersteller selbst dazu schreiben, und vor allem, was davon auf QC-Fotos überhaupt sichtbar ist. Begriffe wie Gangabweichung und Werk stehen im Glossar Uhrwerke und Teile.

[[PHOTO: Drei Zifferblatt-Ausschnitte nebeneinander mit den Schriftzügen „Chronometer“, „Superlative Chronometer“ und „Master Chronometer“, darunter jeweils ein Fragezeichen]]

Redaktionelle Zusammenfassung, nicht unabhängig überprüft.

Die Grundlage ist die COSC-Prüfung, wie Rolex sie beschreibt: Geprüft wird das Werk allein, also noch nicht eingeschalt. Es läuft 15 Tage lang in fünf Lagen und bei drei Temperaturen. Bestehen muss es mit einer mittleren täglichen Gangabweichung von −4 bis +6 Sekunden.

Wichtig ist das Wort „Werk“: Die COSC-Prüfung sagt nichts darüber aus, wie die fertige Uhr mit Gehäuse und Zifferblatt läuft.

Anfängerfrage: Auf dem Zifferblatt steht „Superlative Chronometer Officially Certified“. Heißt das, das Werk dieser Uhr wurde geprüft?

Nein, ein Schriftzug ist nur Druck. Er beweist bei keiner Uhr, dass genau dieses Werk eine Prüfung bestanden hat.

Was Rolex unter Superlative Chronometer versteht: Nach der COSC-Zertifizierung des Werks prüft Rolex die eingeschalte Uhr erneut in eigenen Labors. Die Toleranz liegt dann bei −2/+2 Sekunden pro Tag, geprüft werden außerdem Gangreserve, Wasserdichtheit und Selbstaufzug. Das grüne Siegel gehört dazu. Laut Rolex kamen 2026 weitere Kriterien hinzu, unter anderem zur Magnetfeldresistenz.

Welche Rolex-Referenz welches Kaliber hat, steht in Rolex-Kaliber 3230, 3235, 3285, 3255 und 4131.

Omega geht beim Master Chronometer einen anderen Weg. Laut Omega wird das Werk zuerst von der COSC als Chronometer zertifiziert. Danach durchläuft die fertige Uhr acht Tests des Eidgenössischen Instituts für Metrologie (METAS), darunter die Resistenz gegen Magnetfelder von 15.000 Gauss. Die erlaubte Gangabweichung ist dabei nur positiv: 0 bis +5 Sekunden pro Tag, bei kleineren Werken etwas mehr.

[[PHOTO: Schema mit drei Stufen nebeneinander: „Werk allein (COSC)“, „eingeschalte Uhr (Rolex)“, „eingeschalte Uhr, acht METAS-Tests (Omega)“]]

Verstanden. Aber was kann man dann auf QC-Fotos oder bei der Ankunft überhaupt prüfen?

Wenig, was mit dem Zertifikat zu tun hat. Ein Zeitwaagen-Foto im QC ist eine Momentaufnahme in einer Lage, keine 15-tägige Prüfung. Was die Werte bedeuten, steht in Zeitwaage auf QC-Fotos. Bei der Ankunft kann man Aufzug, Sekundenstopp, Schnellschaltung und Gangreserve selbst prüfen, siehe Ankunftscheck für eine Rep-Uhr.

Auf Fotos prüfbar ist nur die Ausführung des Schriftzugs: gleichmäßige Buchstaben, sauber zentriert, keine verlaufene Farbe. Das ist eine Frage der Druckqualität, nicht der Ganggenauigkeit.

Zusammenfassung:

  1. COSC: Prüfung des Werks allein, 15 Tage, fünf Lagen, drei Temperaturen, −4 bis +6 Sekunden pro Tag.
  2. Rolex Superlative Chronometer: zusätzlich Prüfung der eingeschalten Uhr mit −2/+2 Sekunden pro Tag sowie Gangreserve, Wasserdichtheit und Selbstaufzug; 2026 um weitere Kriterien ergänzt.
  3. Omega Master Chronometer: COSC-Zertifizierung des Werks, danach acht METAS-Tests an der fertigen Uhr, darunter 15.000 Gauss.
  4. Ein Schriftzug auf dem Zifferblatt beweist keine dieser Prüfungen.
  5. Im QC prüfbar: nur die Druckqualität des Schriftzugs; eine Zeitwaage zeigt eine Momentaufnahme.
    Nicht auf Fotos prüfbar: Wasserdichtheit, Ganggenauigkeit über mehrere Tage und das Uhrwerk selbst.

Redaktionelle Zusammenfassung, nicht unabhängig überprüft.

Danke. Punkt 4 war genau meine Frage.