Rolex-Kaliber 3230, 3235, 3285, 3255 und 4131: welche Referenzen welches nutzen und was das für Reps bedeutet

Eine Frage, die beim Lesen von QC-Threads immer wieder aufkommt: Alle schreiben „3235“ oder „3230“, als ob die Nummern sich von selbst erklären. Welche aktuellen Rolex-Referenzen nutzen welches Kaliber, und spielt das für eine Rep eine Rolle?

[[PHOTO: Table graphic with five columns, “3230”, “3235”, “3285”, “3255”, “4131”, and the functions of each calibre: time only, date, GMT, day-date, chronograph]]

Redaktionelle Zusammenfassung, nicht unabhängig überprüft.

Die aktuelle Familie, nach Rolex’ eigener Dokumentation:

  • 3230: ohne Datum, zentrale Stunden, Minuten und Sekunden. Submariner 124060, Explorer 124270, Oyster Perpetual.
  • 3235: dazu das springende Datum. Datejust 41 126300, Submariner Date 126610LN, Sea-Dweller 126600, Deepsea 136660.
  • 3285: Datum plus 24-Stunden-Zeiger und ein unabhängig verstellbarer Stundenzeiger. GMT-Master II 126710, Explorer II 226570.
  • 3255: Wochentag und Datum. Day-Date 40 228235.
  • 4131: Automatik-Chronograph. Cosmograph Daytona 126500LN.
    Die 32xx-Kaliber sind mit etwa 70 Stunden Gangreserve angegeben, das 4131 mit etwa 72.

Die Referenznummer selbst verrät die Familie, was hilft, wenn in einem Angebot ein Kaliber genannt wird. Wie man Ziffern und Suffixe liest, steht in Rolex-Referenzen lesen.

Wenn also eine Rep mit einem „3235“ verkauft wird, ist das ein Rolex-Werk?

Nein. Bei Reps bezeichnen diese Namen Klonwerke, die Aufbau und Optik des Originals kopieren sollen, keine Rolex-Teile. Die Unterschiede zwischen den zwei bekanntesten 3235-Klonen stehen in VS3235 vs. DD3235, und wie ein Klon im Vergleich zu einer asiatischen 2824-Basis abschneidet, in Klon oder asiatisches 2824.

Ein Rolex-Gehäuseboden ist geschlossen, das Werk ist auf einem normalen QC-Foto also nie zu sehen. Was ein Foto nicht bestätigen kann, kann eine Angabe im Angebot auch nicht.

Was man von Hand prüfen kann, ist die Krone, denn die Stellpositionen folgen dem Kaliber:

  1. Ohne Datum (3230): einmal gezogen, werden die Zeiger gestellt. Keine Datumsposition.
  2. Datum (3235): erste gezogene Position für die Datumsschnellkorrektur, zweite für die Uhrzeit.
  3. GMT (3285): die erste gezogene Position verstellt den lokalen Stundenzeiger in Ein-Stunden-Sprüngen, was auch das Datum ändert; die zweite für die Uhrzeit.
    Hat eine als GMT verkaufte Uhr keinen springenden Stundenzeiger, passt das Werk im Inneren nicht zur Funktion, die das Zifferblatt zeigt.

Ergänzend: Im Alltag zählen die Funktionen auf dem Zifferblatt, nicht die Nummer. Eine Uhr ohne Datumsfenster sollte sich an der Krone wie ein Kaliber ohne Datum verhalten, und eine als GMT verkaufte sollte den springenden Stundenzeiger haben. Die Begriffe dazu erklärt das Glossar zu Uhrwerken und Bauteilen.

Zusammenfassung:

  1. 3230 = ohne Datum (Submariner 124060, Explorer 124270, Oyster Perpetual).
  2. 3235 = Datum (Datejust 41, Submariner Date, Sea-Dweller, Deepsea).
  3. 3285 = GMT mit springendem lokalem Stundenzeiger (GMT-Master II 126710, Explorer II 226570).
  4. 3255 = Wochentag und Datum (Day-Date 40); 4131 = Chronograph (Daytona 126500LN).
  5. Bei Reps beziehen sich die Namen auf Klonwerke, nicht auf Rolex-Teile. Das Werk ist auf QC-Fotos nicht sichtbar; die Kronenpositionen sind ein schneller Funktionstest.

Redaktionelle Zusammenfassung, nicht unabhängig überprüft.

Das klärt es. Der Test mit den Kronenpositionen ist praktisch, daran hatte ich nicht gedacht.