Hermès Constance QC: H-Verschluss, Riemen und Epsom-Narbung – worauf man achtet

Worum es geht
Ein QC-Durchgang für eine Tasche im Constance-Stil, aufgebaut auf den Fotos, die üblicherweise gepostet werden. Ziel ist eine Checkliste, die jeder wiederverwenden kann.

Das Beispiel
Flap Bag im Constance-Stil aus geprägtem Leder vom Typ Epsom, goldfarbener H-Verschluss, langer verstellbarer Riemen.

Das übliche erste Foto-Set
[[PHOTO: front of the bag straight on, H clasp closed, soft daylight on a grey background]]
[[PHOTO: H clasp close-up, straight on and at a slight angle]]
[[PHOTO: strap laid flat with edge paint close-ups]]

Die übliche Sorge
Bei solchen Sets wirkt das H oft etwas klobig, und man kann schwer sagen, ob das am Winkel liegt.

Frage
Welche Details zählen bei diesem Modell am meisten, und ist das H ein echtes Problem?

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Punkt für Punkt, an einem typischen ersten Set wie diesem. Die Urteile beziehen sich nur auf das, was solche Fotos zeigen können.

  1. Proportionen des H-Verschlusses: noch nicht beurteilbar. Der schräge Winkel übertreibt die Dicke. Nötig ist eine frontale Aufnahme mit dem Handy parallel zur Klappe, das H füllt das Bild, daneben ein Referenzfoto aus demselben Winkel.
  2. Zentrierung des H auf der Klappe: ok. Gleichmäßige Ränder links und rechts auf dem Frontfoto.
  3. Farbton der Beschichtung: prüfen. Das H mit der Riemen-Hardware auf demselben Foto vergleichen. Unterschiedliche Töne auf einem Bild sind unabhängig vom Modell ein Warnsignal.
  4. Sitz der Klappe: ok. Die Klappe liegt bei geschlossenem Verschluss flach; keine Lücke an den Ecken.

Insgesamt: offen, bis wir das frontale H sehen.

TL;DR: Alle schauen aufs H; schaut euch auch den Riemen an.

Das Detail, das bei diesem Modell übersehen wird, ist der lange Riemen. Das ist eine lange Strecke Kantenfarbe und Naht, und er läuft dort, wo er umgeschlagen wird, durch Hardware. An dieser Falte reißt schwächere Kantenfarbe zuerst. Auf einem flach liegenden Riemenfoto sehen die Kanten meist gleichmäßig aus, also immer nach einer Nahaufnahme genau der Stelle fragen, wo er durch die Hardware läuft.

Zu den Nähten, anhand eines Klappenfotos:

  • Stiche pro Zentimeter entlang der linken und rechten Klappenkante zählen. Ungefähr gleich viele auf beiden Seiten ist das Ziel.
  • Die Neigung ist gleichmäßig. Wer tiefer in die Neigung beim Sattlerstich einsteigen will und wissen möchte, was Fotos zeigen können und was nicht: Der QC-Thread zu Taschen im Birkin/Kelly-Stil behandelt das ausführlich.
  • Nach einem Foto der Rückseite der Riemennaht fragen. Maschinen-Steppstich sieht auf der Rückseite anders aus, und das sieht man am Riemen leichter als am Korpus.

Ein Wort zum Leder, denn es macht den halben Look dieser Tasche aus. Leder vom Typ Epsom ist geprägt: eine feine, regelmäßige Narbung, die in die Oberfläche gepresst ist, ziemlich steif und leicht – deshalb behält die Tasche ihre klaren Linien. Eine sehr gleichmäßige Narbung ist hier also zu erwarten, anders als bei natürlich genarbten Ledern.

Was nicht sein sollte: ein glasiger Glanz oder eine Narbung, die eher aufgemalt als eingepresst aussieht. Bei Tageslicht und leicht schrägem Winkel sollte die Narbung das Licht als winzige erhabene Punkte einfangen.

Zweites Set
So sollten die Nachfotos aussehen: frontal, plus die Riemenfalte.

[[PHOTO: H clasp straight on, phone parallel to the flap, next to a reference photo at the same scale]]
[[PHOTO: strap close-up where it folds through the hardware]]

Was meistens passiert
Frontal entpuppt sich das „klobige“ H sehr oft als passend zur Referenz. Hält diese Reihenfolge der Prüfungen?

Tut sie. Auswertung des zweiten Sets:

  1. H-Proportionen: ok, wenn frontal Balkenbreiten und Höhe des Querbalkens so weit mit der Referenz übereinstimmen, wie ein Handyfoto es zeigen kann. Wenn ja, lag der „klobige“ Eindruck am Winkel.
  2. Farbton der Beschichtung: ok, wenn H und Riemen-Hardware auf demselben Foto übereinstimmen.
  3. Riemenfalte: ok, wenn die Kantenfarbe glatt ist, ohne Risse oder Kleckse.

Einverstanden beim Riemen. Eine Sache, die man mit der Nutzung im Auge behalten sollte: die Falte. Kantenfarbe, die am ersten Tag perfekt aussieht, kann dort mit der Zeit trotzdem reißen. Kein QC-Problem, eher ein Langzeitthema.

Finale Checkliste für den QC im Constance-Stil, für alle, die das später finden:

Punkt Was man anfragt So sieht „ok“ aus
Proportionen des H Frontale Aufnahme, Handy parallel, Referenz im selben Maßstab Balkenbreiten und Querbalken wie bei der Referenz
Zentrierung des H Front, frontal Gleiche Ränder links und rechts
Farbton der Beschichtung H und Riemen-Hardware auf einem Foto Durchgehend derselbe Ton
Sitz der Klappe Front und Seite bei geschlossenem Verschluss Flach, keine Lücken an den Ecken
Leder Tageslicht, leicht schräg Feine, regelmäßige gepresste Narbung; kein glasiger Glanz
Nähte Klappenkante und Rückseite des Riemens Gleichmäßige Abstände, gleichmäßige Neigung
Riemenkanten Nahaufnahme dort, wo der Riemen durch die Hardware läuft Glatte Kantenfarbe, keine Risse
Heißprägung Nahaufnahme unter der Klappe Scharf, zentriert, gleichmäßig tief

Der häufigste Fehlalarm bei diesem Modell ist das H, das im schrägen Winkel klobig wirkt. Immer erst nach der frontalen Aufnahme fragen, bevor man die Proportionen beurteilt, und ein GL oder RL nur mit Begründung aus der Tabelle geben.